Die Route

Als wir unsere Reise planten, dachten wir ursprünglich auch an eine Weltumsegelung. Aber im Verlauf unserer Fahrt lernten wir soviele interessante Länder und Leute kennen, dass es uns immer unsinniger erschien, in kurzer Zeit "um den Ball" zu hetzen. Viele Pläne, die wir gemacht hatten, wurden später geändert, frei nach dem Motto: "Der Mensch plant, und das Leben geht weiter".

Deswegen wollen wir unsere Reise nicht mehr im Detail planen, sondern den Verlauf von uns, unserem Boot und den Wetterbedingungen abhängig machen.

Anfang August 2008 starteten wir in Holland und sind durch den "englischen Kanal" über die Biskaya bis nach Porto Santo (Madeira-Archipel) gesegelt. Die Monate Oktober bis Dezember 2008 verbrachten wir auf den Kanarischen Inseln. Im Januar 2009 ging es dann weiter zu den Kapverden.
Im März haben wir den Sprung über den "Grossen Teich" nach Salvador de Bahia in Brasilien gewagt. Dort verbrachten fast drei Monate und bereisten von dort aus auch das Inland von Brasilien mit Flugzeug und Bus. Dann segelten wir entlang der Küste weiter nach Norden. Natal war unser letzter Hafen in Brasilien. Von dort aus ging es im August parallel zur Nordostküste Südamerikas nach Guyane Francaise und Suriname.
Oktober 2009 kamen wir in Tobago in der Karibik an. Im November liessen wir unser Boot in Trinidad und machten einen Deutschlandbesuch. Danach kehrten wir nach Trinidad zurück, nahmen nochmal ein paar Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten vor und segelten die kleinen Antillen hinauf.
In den Monaten Februar bis Juni 2010 waren wir auf Sint Maarten/St. Martin. Die Hurrikansaison, d.h. den Sommer 2010 verbrachten wir zum grossen Teil auf Grenada und Carriacou.
Im Dezember gingen wir wieder nach St. Martin zurück, um unser Budget etwas aufzubessern. Im Sommer 2011 waren wir nochmals in Carriacou, Grenada und Trinidad. Von Ende 2011 bis Anfang 2013 waren wir wieder auf St. Martin, arbeiten, arbeiten, arbeiten. Buena Vista benötigte viel Zuwendung in Form von Stahl und Farbe...
2013 sind wir wieder auf einen grossen Trip gegangen: wir segelten von St. Martin über die BVIs und Puerto Rico nach Bermuda und dann nach Nova Scotia, wo wir den ganzen Sommer verbrachten. Auf dem Rückweg in den Süden besuchten wir noch die Ostküste der USA bis nach New York, bevor es über Bermuda wieder nach St. Martin zurückging.
Im Sommer 2014 blieb unser Boot in St. Martin, während wir nach Deutschland "in den Urlaub" fuhren. Währenddessen reifte die Idee, statt des Bootlebens in der Karibik mal etwas anderes zu probieren.
2015 gingen wir daher zum Arbeiten nach Mallorca, um mal eine Pause vom Leben als "Liveaboard" zu machen. Buena Vista blieb während dieser Zeit sicher an Land auf St. Martin.
In Mallorca stellte sich leider heraus, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Die Arbeitssituation war für uns beide unbefriedigend. Als wir dann das Angebot bekamen, Freunden bei der Überführung ihres Bootes zu helfen, sagten wir spontan zu. Von August bis Dezember waren wir also auf dem Pazifik unterwegs und lernten neue Länder und Gegenden kennen. Von Hawaii ging es über San Francisco, entlang der kalifornischen Küste, nach Mexico, an Zentralamerika vorbei bis hin nach Panama. Von dort aus flogen wir nach St. Martin weiter, um wieder auf unser Boot zu ziehen.
2016 und 2017 ging dann alles seinen karibischen Gang, wir wohnten auf Buena Vista, an einer Mooring in der Lagune, pendelten mit Beiboot und Kayak zur Arbeit und ein gewisser Alltag stellte sich ein. Im Sommer 2016 holten wir das Boot nochmal aufs Trockene, um ein paar Wartungs- und Verschönerungsarbeiten durchzuführen. Zum Segeln kamen wir nicht, obwohl wir im Sommer 2017 daran dachten, unsere "Kleine" für den Herbst mal wieder segelfertig zu machen. Dann hätten wir nochmal für ein paar Wochen unterwegs sein können, bevor die Arbeitssaison wieder losging.
Diese schönen Pläne wurden aber leider durch den Hurrikan "Irma" zunichte gemacht. Neben einer umfassenden Zerstörung der Insel, der Häuser und Hotels und sämtlicher Infrastruktur erwischte es auch Buena Vista. Bis zum Durchzug des Auges hielt sie sich noch tapfer an ihrer Mooring fest, um dann nach der Drehung des Sturms letztendlich doch loszureißen und ans nahe Ufer gewaschen zu werden. Rigg zerstört, tiefe Dellen in Deck und Rumpf, Wasser im Boot, der Schaden ist so groß, dass er für uns nicht mehr sinnvoll reparabel ist.
Wir blieben nach dem Sturm noch einige Wochen auf der Insel, unter teilweise sehr widrigen Bedingungen, bevor wir im November mit ein paar Koffern nach Deutschland flogen. Damit hat unsere Reise mit Buena Vista ihr Ende gefunden - die Reise durchs Leben geht jedoch weiter!

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